Aktuelle Rechtsprechung: Ärzte können umfassend wirtschaftlich verordnen und handeln

Die gesetzlichen Krankenkassen können verlangen, dass Ärzte umfassend wirtschaftlich verordnen und handeln. Das gilt auch für solche Fälle, für die es keine klaren Regeln oder Verbote gibt. So entschied jetzt das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel, Az.: B-6 –KA-18/14-R.

Eine Allgemeinärztin aus Sachsen-Anhalt muss nun über 16.000 Euro Regress bezahlen. Sie hatte einem Patienten mehrfach den Gerinnungsfaktor VIII Inters 1000 DFL verordnet. Dabei hatte die Ärztin das Arzneimittel nicht selbst direkt beim Hersteller bestellt, sondern der Patient beschaffte es sich über eine öffentliche Apotheke.

Das Wirtschaftlichkeitsgebot sei „unmittelbar verpflichtend“. Für den konkreten Fall heißt das, erfahrene Ärzte müssen Blutermedikamente ohne Umweg über die Apotheke direkt an ihre Patienten abgeben.

Auszug aus dem DATEV Mitglieder-Rundbrief, Branchenberatung Ärzte - Mai 2015

17. Juni 2015 | Steuernews | Keine Schlagwörter vergeben