Betriebsfeiern: Wichtige Tipps von Ihren Steuerprofis!

Wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, landet mit schöner Regelmäßigkeit eine E-Mail im Postfach der Mitarbeiter: die Einladung zur betrieblichen Weihnachtsfeier. Das Finanzamt steht zwar nicht auf der Gästeliste, lässt sich die Party trotzdem nicht entgehen. Sobald im Betrieb gefeiert wird, kassiert der Staat mit. Wie teuer die Feierei mit Chef, Kollegen und Vorstand werden kann, erklären Ihnen die SKG-Experten. 

  • Freigrenze vs. Freibetrag für Mitarbeiter

Wenn der Chef sich bei seinen Mitarbeitern mit einem fürstlichen Weihnachtsessen bedanken möchte, muss er schon mal etwas tiefer in die Tasche greifen. Bis zu einem Freibetrag von 110 Euro pro Person ist die Feier steuerfrei. Alles, was darüber hinausgeht, muss versteuert werden.

  • Anzahl der Gäste

Wer im kleinen Rahmen feiert, spart eventuell Geld. Denn: Sind auch Partner und Kinder zur Feier eingeladen, werden die Kosten dem jeweiligen Mitarbeiter zugerechnet und zählen nicht extra. Das treibt die Kosten pro Person natürlich in die Höhe.

  • Kosten der Veranstaltung

Steuerpflichtig sind alle Ausgaben für die Betriebsfeier, also zum Beispiel: Hotelzimmer, DJ, Künstler, Gastro-Team und Eintrittskarten.

  • Steuern: wer und wieviel?

Die Rechnung ist einfach: Alle Kosten, die den Freibetrag von 110 Euro brutto pro Mitarbeiter übersteigen, sind steuerpflichtig. Die fälligen Steuern muss der Mitarbeiter selbst tragen oder das Unternehmen zahlt darauf eine pauschale Steuer in Höhe von 25 Prozent, die bis zum 28. Februar des Folgejahres angemeldet werden muss. Geschieht das nicht, tritt die Sozialversicherungspflicht ein.

  • Wer viel feiert, zahlt drauf!

Wer mehr als zwei Betriebsfeiern pro Jahr ausrichtet, muss die dritte, vierte und fünfte Feier komplett versteuern. Bevor die Chefs jetzt das Weihnachtsessen absagen: Welche Betriebsfeier komplett versteuert werden soll, dürfen Sie sich aussuchen. Am Ende des Jahres lohnt es sich, auf die Bilanz der vergangenen Feiern zu schauen und sich die günstigste für die Versteuerung auszusuchen.

  • Abteilungsfeier vs. Gesamtbetriebsfeier

Diese Regeln beziehen sich nur auf Gesamtbetriebsfeiern – also Feiern, die für alle Mitarbeiter zugänglich sind. Was die einzelnen Abteilungen unternehmen, bleibt finanziell gesehen ihre Sache. Der Kegelabend der Marketingabteilung ist zwar auch eine Betriebsfeier, der Freibetrag von 110 Euro gilt hier jedoch nicht

  • Betriebsausgabenabzug

Wenn der Chef neben den Mitarbeitern noch externe Gäste auf die Betriebsfeier einlädt, können die für sie anfallenden Bewirtungskosten zu 70 Prozent als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Für alle weiteren Kosten für der externen Gäste ist die steuerliche Auswirkung im Einzelfall festzustellen. Wichtig ist, die Kosten zu dokumentieren und nach internen und externen Gästen aufzuteilen.

Damit Sie während der Betriebsfeier nicht an das Firmenkonto denken müssen, sollten Sie sich vorher über die steuerrechtlichen Pflichten informieren. Wir helfen Ihnen dabei!

06. Oktober 2017 | Steuernews
Ihr persönlicher Beitrag von Redaktion