E-Health – Internet statt Arzt?

„Wenn jemand wirklich krank ist und Hilfe braucht, dann kann er das nicht mit Google oder einer App lösen. Dann geht er zum Arzt.“ Das sagte Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer, in einem Beitrag über Medizin-Apps in den Kieler Nachrichten.

Das Internet könne weder die jahrelange ärztliche Ausbildung und Erfahrung noch eine individuelle Beratung ersetzen, so Bartmann. Daher teile er auch nicht die Sorge, dass Ärzte durch solche Angebote überflüssig würden.

Den Trend zur lückenlosen Selbstvermessung sieht Bartmann kritisch: „Ich halte es für denkbar, dass Einzelne durch diese ständige Selbstkontrolle hypochondrische Züge annehmen. Wenn sie ängstlich alle Parameter beobachten, machen sie sich schnell Sorgen.“

Sinnvoller ist lt. BÄK ein kontinuierliches Monitoring bei chronischen Krankheiten. Mithilfe entsprechender Apps könnten Daten schneller an den behandelnden Arzt übermittelt und einfacher ausgewertet werden. Besondere Vorsicht sei bei Gratisanwendungen geboten. „Immer dann, wenn eine App kostenlos ist, ist der Kunde nicht nur Kunde, sondern auch Ware. Das muss man kritisch hinterfragen“, so Bartmann. Die Nutzer müssten sich darüber bewusst sein, dass ihre Daten abgegriffen und zu Geld gemacht würden.

Die Vorteile einer elektronikgestützten Medizin liegen sicherlich insbesondere im raschen und effektiven Austausch von Informationen. Dieser führt letztlich zu einer Verbesserung und Beschleunigung einer effektiven Therapieeinleitung bzw. Therapieauswahl.

Der Kunstbegriff E-Health bzw. E-Gesundheit ist relativ neu. Je nach Themengebiet und Ausbaustufe von E-Health-Anwendungen lassen sich diese in verschiedene Formen von E-Health einteilen, wie Information, Kommunikation, Interaktion, Integration und Transaktion. Einen Entwurf des geplanten E-Helath-Gesetzes finden Sie hier.

Auszug aus dem DATEV Mandanten-Newsletter Ärzte - 1. Quartal 2015

26. März 2015 | Steuernews