Erholungsbeihilfe statt Urlaubsgeld: So lohnt es sich für Chef und Mitarbeiter!

Die Freude über das Urlaubsgeld ist groß – bis es auf dem Konto ist. Denn meistens bleibt nach dem Abzug der Steuern nicht viel übrig von der Sonderzahlung. Bei der Erholungsbeihilfe ist das anders. Wir erklären, wie Mitarbeiter und Arbeitgeber profitieren.

Was ist die Erholungsbeihilfe?

Mit der Erholungsbeihilfe unterstützt der Chef seinen Mitarbeiter bei den Erholungskosten. Die Beihilfe kann in Form eines Barzuschusses oder Sachbezug erfolgen.

Der Mitarbeiter ist verpflichtet, das Geld ausschließlich für Erholungszwecke auszugeben. Das muss er dem Chef in Form von Belegen bestätigen.

Hierfür darf der Mitarbeiter u.a. die Erholungsbeihilfe ausgeben…

  • Flugreisen, Bahnreisen, Pauschalreisen, Schiffsreisen
  • Seilbahnfahrten
  • Kur
  • Hotelaufenthalte
  • Ausflüge
  • Eintrittskarten für Zoo, Schwimmbad oder Freizeitpark

Ist die Erholungsbeihilfe steuerfrei?

Als Arbeitgeber dürfen Sie die Erholungsbeihilfe pauschal mit 25% versteuern. Damit sind die Auszahlungen an Ihre Mitarbeiter sozialversicherungsfrei. Das trifft jedoch nur unter bestimmten Bedingungen zu.

Die Erholungsbeihilfe ist sozialversicherungsfrei, wenn sie folgende Summen im Kalenderjahr nicht übersteigt:

  • 156 Euro für den Arbeitnehmer
  • 104 Euro für dessen Ehegatten
  • 52 Euro für jedes Kind

Praxisbeispiel: 

Der Arbeitgeber vermietet seinem Mitarbeiter ein Ferienhaus. Für den Mitarbeiter selbst (156 Euro), seine Frau (104 Euro) und das Kind (52 Euro) wird eine Summe von 312 Euro fällig, die der Arbeitgeber als Erholungsbeihilfe mit einem pauschalen Steuersatz von 25% auszahlt.

Es gibt außerdem die Möglichkeit, Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes (Gesundheitsförderung) steuerfrei bis zu 500 Euro jährlich auszuzahlen, wenn die Maßnahmen bestimmte Kriterien erfüllen. Seit dem 01.01.2019 ist die jeweilige Maßnahme von der Krankenkasse zu zertifizieren.

Welche Vorteile hat die Erholungsbeihilfe gegenüber dem Urlaubsgeld?

Mit den steuerlichen Vorteilen ist die Erholungsbeihilfe eine attraktive Alternative zum Urlaubsgeld. Der Chef kann sie aber auch zusätzlich auszahlen.

Das sind die wesentlichen Vorteile der Erholungsbeihilfe:

  • Durch die zweckgebundene Auszahlung kann der Chef sicher sein, dass der Mitarbeiter das Geld wirklich für die Erholung nutzt.
  • Der Arbeitnehmer muss die Beihilfe nicht versteuern, wodurch er die gesamte ausgezahlte Summe für Erholungszwecke einsetzen kann.
  • Die Beihilfe ist eine attraktive Bonuszahlung, die den Arbeitgeber für seine Mitarbeiter macht.

Was muss ich als Arbeitgeber beachten? 

Wichtig: Der Arbeitgeber muss die Erholungsbeihilfe zusätzlich zum Arbeitslohn und zum vertraglich festgelegten Urlaubsgeld auszahlen.

Im Gegensatz zum Urlaubsgeld steht die Erholungsbeihilfe nicht im Arbeitsvertrag. Sie ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, der seinem Mitarbeiter damit einen Gefallen tun möchte.

Damit es sich wirklich lohnt, sollte der Arbeitgeber einige Dinge beachten:

  • Die Erholungsbeihilfe ist an Personen, an das Kalenderjahr und den Zweck gebunden. Der Arbeitgeber muss von seinen Mitarbeitern Belege einfordern oder sich bestätigen lassen, dass er das Geld für Erholungszwecke einsetzt. Siehe Antrag auf Erholungsbeihilfe
  • Die Auszahlung muss in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Urlaub des Mitarbeiters stehen.
  • Der Mitarbeiter muss nachweisen, wofür er das Geld genutzt hat. Das können bei Reisen Flugtickets oder Bahnkarten sein. Macht der Mitarbeiter im heimischen Garten Urlaub, sind Eintrittskarten für das Schwimmbad oder Belege über den Saunabesuch wichtig.
  • Das erhaltene Geld muss der Mitarbeiter komplett für Erholungszwecke nutzen – es darf nichts übrig bleiben. Der Chef kann ihm aber auch direkt das Jahresabo für das Schwimmbad bezahlen. Eine Überzahlung ist ausgeschlossen.
  • Auch Minijobber dürfen sich über Erholungsbeihilfe freuen. Der Arbeitslohn des Geringfügigbeschäftigten bleibt trotz der Auszahlung bis 450 Euro sozialversicherungsfrei.

Wir unterstützen Sie beim Antrag auf Erholungsbeihilfe. Melden Sie sich bei Fragen in unserer Kanzlei: 039264 95734 0