Flächendeckende Versorgung im hausärztlichen Bereich als Beratungsbrennpunkt

Wo ist Beratungsbedarf? Diese Frage sollte man sich von Zeit zu Zeit stellen. Die flächendeckende Versorgung im hausärztlichen Bereich ist sicherlich ein solcher Beratungsbrennpunkt. Der Gesundheitsatlas des Baden-Württembergischen Sozialministeriums macht das besonders „visuell“ deutlich.

Das Sozialministerium hat verschiedene Szenarien für die hausärztliche Versorgung im Jahr 2030 entworfen. Auf den Punkt gebracht: in 15 Jahren ist die wohnortnahe Versorgung die Ausnahme, nicht mehr die Regel. Die Fakten liegen deutlich auf der Hand:

  • Der durchschnittliche Hausarzt in BW ist 55,2 Jahre alt.
  • Im Jahr 2030 werden demnach von den 7100 Hausärzten mehr als die Hälfte in Rente gehen.
  • Jährlich müssten schon heute ca. 300 Sitze nachbesetzt werden.
  • Bis 2016 werden aber etwa 500 Arztpraxen keinen Nachfolger mehr finden.
  • Durch die Feminisierung des Arztberufes werden drei Hausärzte notwendig sein, um zwei ausscheidende Ärzte zu ersetzen.

Das Versorgungsnetz würde demnach unweigerlich zerreißen. Jetzt ist die Kreativität der Berater und Ärzte gefragt, um heute Gegenmaßnahmen zu treffen, damit das Unausweichliche vermieden wird. Zugespitzt gesagt: Der niedergelassene Arzt wird sein Bild der „klassischen“ freiberuflichen Tätigkeit vergangener Tage aufgeben müssen. Ansonsten verliert er seinen Versorgungsauftrag beispielsweise an den stationären Sektor. Diese suchen geradezu nach neuen Aufgaben. Denn es gibt in Deutschland unzweifelhaft zu viele Krankenhäuser.

Zum Gesundheitsatlas des Baden-Württembergischen Sozialministeriums

 

Auszug aus dem Mitglieder-Rundbrief der DATEV Branchenberatung Ärzte – Februar 2015