Alles zum Thema Minijobs: Ihr Steuerberater aus Halberstadt gibt den Überblick!

Studenten, Schüler und Rentner können sich mit einem Minijob etwas dazuverdienen, so wie es mehr als 7,5 Millionen Menschen in Deutschland tun. Für den Arbeitgeber lohnen sich die geringfügig beschäftigten Mitarbeiter häufig – wenn sie nicht in teure Steuerfallen tappen! Die SKG gibt den Überblick und erklärt, wie Arbeitgeber profitieren.

Was ist ein gewerblicher Minijob?

Unter Minijobs im gewerblichen Bereich versteht man Jobs auf 450-Euro-Basis und kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse. Diese Beschäftigung setzt voraus, dass der Lohn des Minijobbers die Grenze von 450 Euro nicht übersteigt. Bei mindestens zwölf Monate dauernder, durchgehender Beschäftigung entspricht das einem Gehalt von 5.400 Euro pro Jahr, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Vorsicht: Überschreiten Sie die monatliche Gehaltsgrenze innerhalb eines Jahres in mehr als drei Monaten, liegt keine geringfügige Beschäftigung mehr vor. Es sei denn, Sie verteilen die Auszahlung des Gehalts so auf die restlichen Monate, dass Sie am Ende nicht über 5.400 Euro Jahresgehalt hinauskommen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein gewerblicher Minijob?

Das sind die Vorteile für einen gewerblichen Minijob:

  • Höheres monatliches Nettoeinkommen für den Mitarbeiter
  • Sicherung von Rentenansprüchen durch freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung in Höhe von 16,20 EUR/Monat.
  • Der Betrag von 16,20 EUR/Monat mindert den Auszahlungsbetrag auf 433,80 EUR/Monat. Alternativ kann der Arbeitnehmer eine Verzichtserklärung für den Aufstockungsbetrag unterschreiben. In diesem Fall erhält er weiterhin 450,00 EUR/Monat ausgezahlt. Der Aufstockungsbetrag ist so gering, da der Arbeitgeber bereits pauschale 15% Rentenversicherungsbeiträge zahlt.
  • Keine Angabe des Einkommens in der persönlichen Einkommensteuererklärung. Durch die pauschale Steuerzahlung des Arbeitgebers sind die Steuerzahlungen abgegolten. Keine Meldung der Daten an das Finanzamt.

Das sind die Nachteile eines gewerblichen Minijobs:

  • Geringeres Krankengeld bei einer Krankheitsdauer von mehr als 6 Wochen. Während der 6 Wochen Lohnfortzahlung erhält der Arbeitnehmer sein bisheriges Nettogehalt weiter. Somit steht Ihm auch für diesen Zeitraum ein höheres Nettoeinkommen zur Verfügung. Ab der 7. Woche wird das Krankengeld nur aus dem Einkommen aus der Hauptbeschäftigung ermittelt. Dies gilt nicht bei einem Arbeitsunfall. Bei einem Arbeitsunfall erhält der Arbeitnehmer Krankengeld aus der Hauptbeschäftigung und dem Minijob, da eine Unfallversicherung besteht.

In unserer Unternehmensberatung erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen von einem Minijobber profitieren kann!

Was gilt als kurzfristige Beschäftigung?

Beim Minijob im gewerblichen Bereich handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung, wenn…

  • …sie im Voraus auf drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet ist.
  • …sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Diese Form der Minijobs ist vor allem bei Schülern und Studenten beliebt, die sich in den Semester- oder Schulferien etwas dazuverdienen möchten.

Wie muss ich den Minijob versteuern?

Eine kurzfristige Beschäftigung bleibt für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei. Beim 450-Euro-Job hingegen muss der Arbeitgeber die Abgaben an Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen und den Arbeitnehmer darüber hinaus bei der Unfallversicherung melden.

Für geringfügig Beschäftigte im Privathaushalt liegt die Gehaltsgrenze ebenfalls bei 450 Euro – der Arbeitgeber muss jedoch einen geringeren Beitragsanteil als bei einer geringfügigen Beschäftigung im gewerblichen Bereich zahlen: 5 Prozent für Renten- und Krankenversicherung, 2 Prozent Steuern, 1,6 Prozent gesetzliche Unfallversicherung sowie Umlagen zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft.

Wieviel Gehalt muss ich dem Minijobber zahlen?

Geringfügig und kurzfristig Beschäftigte haben einen Anspruch auf Mindestlohn. Dennoch darf die Entgeltgrenze von 450 Euro im Monat nicht überschritten werden! 2019 liegt der Mindestlohn bei 9,19 Euro, 2020 steigt er auf 9,35 Euro brutto.

Mehr Lohn pro Stunde bedeutet im Umkehrschluss also, dass sich die maximale Arbeitszeit des Minijobbers verkürzt. Damit der Minijobber seinen Status behält, muss der Arbeitgeber die Arbeitszeit im Vertrag korrigieren und die geleisteten Stunden detailliert festhalten!

Übrigens gibt es keine Höchstgrenze für den Mindestlohn. Sie können Ihrem Minijobber also auch sehr hohe Gehälter zahlen – wenn die monatlichen 450 Euro nicht überschritten werden!

Vorsicht bei Arbeit auf Abruf!

Seit dem 1. Januar 2019 gilt das neue Teilzeit- und Befristungsgesetz für Minijobber. Darin ist geregelt, dass der Mitarbeiter seine Arbeitsleistung entsprechend dem anfallenden Bedarf verrichtet. Der Arbeitgeber bestimmt also, wann er auf die Dienste des Minijobbers zurückgreifen möchte und wann er keine Unterstützung benötigt.

Wenn keine feste Stundenzahl im Arbeitsvertrag festgelegt wurde, greift eine Vermutung. Diese geht von 20 Stunden pro Woche aus, wodurch die Minijobber die 450-Euro-Grenzen überschreiten. Die Tätigkeit wird also sozialversicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer könnte Lohn nachfordern und nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge geltend machen. Bei einer möglichen Betriebsprüfung (Link https://skg-steuern.de/steuerberatung/betriebspruefungen/) hat das möglicherweise zur Folge, dass erhebliche Nachzahlungen fällig werden.

STEUERTIPP
Steffi Köchy-Gellfart:
“Um Nachzahlungen zur Sozialversicherung zu vermeiden, lassen Sie den Personalfragebogen für Minijobber von dem Arbeitnehmer ausfüllen und unterschreiben. Andernfalls ist es sehr schwierig, zu beweisen, dass der Arbeitnehmer Ihnen z.B. einen zweiten Minijob verschwiegen hat. Des Weiteren kann hier der Arbeitnehmer die Entscheidung treffen, ob er zusätzliche Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen möchte.”

Wie hoch sind die Kosten für mich?

Damit Sie einen Eindruck davon bekommen, mit welchen Kosten Sie bei der Anstellung eines Minijobbers rechnen müssen, stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Beschäftigungsmodelle des privaten und gewerblichen Minijobs gegenüber.

Vergleichsberechnung Minijob Privathaushalt/Gewerblich + Normalverdienst

****Privat-haushalt Minijob bis 450€ AV ab 450,01€***
Bruttogehalt 450,00 € 450,00 € 562,33 €
AN-Beiträge KV+PV 0,00 € 0,00 € -53,00 €
AN-Beiträge RV bei Option RV 13,6%/3,6% -61,20 € -16,20 € -52,30 €
AN-Beiträge AV 0,00 € 0,00 € -7,03 €
Lohnsteuer 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Auszahlung AN ohne Option RV 450,00 € 450,00 € 450,00 €
Auszahlung AN mit Option RV 388,80 € 433,80 €
max. Arbeitszeit/Monat in Stunden 48,00 48,00 61,00
5%/15% pauschale AG-Beiträge RV an BUN 22,50 € 67,50 €
5% /13% pauschale AG-Beiträge KV an BUN* 22,50 € 58,50 €
2% pauschale AG-Beiträge LSt an BUN** 9,00 € 9,00 €
1,6% gesetzliche UV/2,0% je nach BG 7,20 € 9,00 €
0,9% U1 4,05 € 4,05 €
0,24% U2 1,08 € 1,08 €
0,06% Insolvenzgeld nur gewerblich 0,00 € 0,27 €
Arbeitgeberanteile Sozialversicherung 66,33 € 149,40 € 124,59 €
Arbeitgeberanteile Sozialversicherung in % 15% 33% 22%
Gesamtkosten/Monat für Arbeitgeber 516,33 € 599,40 € 686,92 €

*KV entfällt bei privater KV oder Familienversicherung
**LSt entfällt bei Vorlage der ELSTAM-Daten. Sie beim Empfänger zu besteuern
***für Steuerklassen 1-4 zutreffend
****20% der Aufwendungen, max. 510,00 EUR/Jahr in der Est-Erklärung abziehbar

Wir schützen Sie vor Steuerfallen beim Minijob!
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