Wer muss die Künstlersozialabgabe zahlen und wer nicht? Antworten von Ihrem Steuerberater aus Halberstadt

Mit kreativen Projekten heben Sie sich von Ihrer Konkurrenz ab. Doch dafür benötigen Sie zunächst einmal kreative Köpfe, die Ihre Ideen umsetzen können. Also kaufen Sie sich Fotografen, Designer und Publizisten ein. Doch Vorsicht: Wenn Sie regelmäßig auf die Dienste von kreativen Freiberuflern zurückgreifen, müssen Sie die Künstlersozialabgabe zahlen. Wir erklären, in welchen Fällen eine Abgabe fällig wird und wann nicht.

Was ist die Künstlersozialabgabe?

Die Künstlersozialabgabe dient der Finanzierung der Künstlersozialversicherung, die selbstständigen Künstler und Publizisten den Schutz einer Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung bietet. Wie bei Arbeitnehmern zahlen die Freiberufler die Hälfte des Beitrags, die andere Hälfte übernimmt die Künstlersozialversicherung.

Wie hoch ist die Künstlersozialabgabe?

Für 2019 beträgt die Künstlersozialabgabe 4,2%. Die Beitragsmeldung muss bis spätestens zum 31. März des Folgejahres erfolgen.

Wer muss Künstlersozialabgabe zahlen und wer nicht?

Ähnlich wie ein Arbeitnehmer zahlen die Versicherten der Künstlersozialkasse etwa die Hälfte der Beiträge selbst. Der Auftraggeber übernimmt die Künstlersozialabgabe den beauftragten Freiberufler. Grundsätzlich muss jeder zahlen, der regelmäßig selbstständige Künstler oder Publizisten engagiert. Dazu zählen Fotografen, Grafiker, Webdesigner, Journalisten und Autoren.

Folgende Unternehmen müssen die Künstlersozialabgabe zahlen:

  • Typische Verwerter wie Presseverlage, Werbeagenturen sowie Rundfunk- und Fernsehanbieter. Aber auch bei Pflegeeinrichtungen gehen die Prüfer davon aus, dass für Veranstaltungen regelmäßig Künstler beauftragt werden.
  • Unternehmen, die für Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig Künstler oder Publizisten beauftragen. Ein oder zwei Aufträge pro Jahr genügen hier bereits für eine Abgabepflicht.
  • Unternehmen sind ebenfalls abgabepflichtig, wenn sie nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilen und deren Werke für Ihr Unternehmen nutzen und damit Einnahmen erzielen. Auch die Gestaltung von Websites, Flyer und Visitenkarten fällt in den meisten Fällen unter die Abgabepflicht.

Wann muss ich keine Künstlersozialabgabe zahlen?

Für den Fall, dass Sie im Jahr nicht mehr als 450 Euro netto an selbstständige Kreative gezahlt haben, müssen Sie keine Künstlersozialabgabe leisten. Auch Zahlungen an eine GmbH, AG oder einen e.V. sind nicht abgabepflichtig – genauso wie Honorare an eine OHG oder KG. Für Zahlungen an Einzelunternehmen und eine GbR sind hingegen wiederum Abgaben an die Künstlersozialversicherung zu zahlen.

Programmierung und Druck sind nicht abgabepflichtig

Die reine Programmierung einer Website oder der Druck eines Flyers ist nicht abgabepflichtig. Ein entsprechender Hinweis über den genauen Inhalt der Leistung sollte deshalb im Auftrag und auf der Rechnung vermerkt werden.

Wie hilft mir mein Steuerberater?

Wir prüfen für Sie, ob die in Auftrag gegebenen Leistungen abgabepflichtig sind und erstellen eine entsprechende Meldung für die Künstlersozialkasse. Sie müssen damit rechnen, dass die Rentenversicherung die Richtigkeit der Meldung in regelmäßigen Abständen überprüft. Wir sind daher in engem Kontakt mit den Rentenversicherungsprüfern und haben uns darauf geeinigt, dass wir für Sie mögliche Fragebögen beantworten und an die Rentenversicherung weiterleiten.

Tipp: Sollten Sie einen Fragebogen zur Künstlersozialabgabe von der Rentenversicherung zugeschickt bekommen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Andernfalls drohen Ihnen Schätzungsbescheide von der Deutschen Rentenversicherung bei fehlender Rücksendung des ausgefüllten Fragebogens.