Privat, beruflich oder beides: Wann kann ein Fahrzeug als Transporter genutzt werden?

Ein gut ausgestatteter Montagewagen gehört in jeden guten Handwerksbetrieb. Schlagbohrer, Stichsäge und Stehleiter würden in keinen normalen Pkw passen. Doch darf der Handwerker nach Feierabend mit dem Transporter auch das Möbelregal fürs Wohnzimmer einladen und nach Hause fahren, ohne dafür extra Steuern zahlen zu müssen? Wir klären das im Blog!

Beschaffenheit des Wagens ist wichtig

Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage ist vor allem die Beschaffenheit des Wagens. Wenn er so gebaut wurde, dass er nur für den Transport von Gütern bestimmt ist, wird eine private Nutzung ausgeschlossen. Das ist auf jeden Fall bei Lkw und Zugmaschinen der Fall, mit denen wohl niemand mal eben die Kinder von der Schule abholen würde.

Folgende Indizien sprechen unter anderem für eine rein berufliche Nutzung des Transporters:

  • Weiteres Fahrzeug im Privatvermögen
  • Als Lkw zugelassen
  • Nicht genügend Sitzplätze für Privatfahrten
  • Kabel sind offen sichtbar verlegt
  • Verblendung der Fenster im Laderaum

Bei der Ermittlung der Privatnutzung eines zu mehr als 50% betrieblich genutzten Transporters wird die Ein-Prozent-Regelung angewendet. Hierbei müssen Sie für Ihre Fahrten 1% des Listenpreises Ihres Fahrzeugs als geldwerten Vorteil versteuern. Dafür gilt der Bruttowert des Neupreises, inklusive Umsatzsteuer. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden dann noch einmal 0,03% des Bruttolistenpreises pro Kilometer und Monat berechnet.

Fazit: Bereiten Sie sich gut vor!

Meistens wird erst bei einer Betriebsprüfung festgestellt, ob der Transporter tatsächlich nur gewerblich genutzt werden kann. Ist der Fall nicht eindeutig, greift die Ein-Prozent-Regelung. Es sei denn, Sie haben vorsorglich ein Fahrtenbuch geführt und können genau nachweisen, dass die Anzahl der privaten Fahrten im Vergleich zu den beruflichen bedingten Wegen sehr gering ist.

Tipp: Alternativ zum Fahrtenbuch können Sie mit Ihren Mitarbeitern ein privates Nutzungsverbot mit Androhung arbeitsrechtlicher Folgen bei Verstoß vereinbaren.

Wir empfehlen unseren Mandanten, die Klassifizierung des Transporters frühzeitig zu klären. Das spart Zeit und Mehraufwand. Gerne können Sie sich bei uns melden. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie einer Auseinandersetzung mit dem Finanzamt aus dem Weg gehen können.

07. Juni 2018 | Steuernews
Ihr persönlicher Beitrag von Redaktion