Volle Versichertenpauschale im Vertretungsfall

Die bisherige Vertreterpauschale für Hausärzte wird abgeschafft. Dafür können ab 1.4.2015 Haus- und Kinderärzte, die einen Kollegen bzw. eine Kollegin im Urlaub oder wegen Krankheit vertreten, die volle Versichertenpauschale abrechnen. Dies haben KBV und der GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss am 17.12.2014 beschlossen.

Danach werden die Gebührenordnungspositionen 03010/04010 im EBM gestrichen. Stattdessen rechnen Ärzte ab April bei Behandlungen im Vertretungsfall oder bei Überweisungen durch einen anderen Hausarzt bzw. Pädiater zur Mit-, Weiterbehandlung oder Konsiliaruntersuchung die volle Versichertenpauschale ab (GOP 03000/04000).

Laut Bewertungsausschuss erfolgte diese Änderung, da eine abgesenkte Pauschale für Vertretungsfälle der Versorgungssituation im hausärztlichen Bereich nicht gerecht wird. Der durch die abgesenkte Honorierung ausgelöste Anreiz stehe einer Gewährleistung der Vertretung entgegen.

Bislang sieht der EBM vor, dass Hausärzte im Vertretungs- beziehungsweise Überweisungsfall lediglich die halbe Versichertenpauschale für einen Patienten erhalten. Weiterhin wurde im Vertretungsfall und bei Überweisungen von Patienten zur spezialisierten Behandlung in diabetologischen Schwerpunktpraxen bzw. HIV-Schwerpunktpraxen nur die halbe Strukturpauschale (GOP 03040) vergütet.

Den Wortlaut des Gesetzestextes finden Sie auf der Homepage des Bewertungsausschusses.

Auszug aus dem DATEV Mandanten-Newsletter Ärzte - 1. Quartal 2015

07. April 2015 | Steuernews | Keine Schlagwörter vergeben