Welcher Facharzt darf wen impfen?

Die Masern-Epidemie hat die Diskussion wieder aufgebracht, welcher Facharzt welche Patienten impfen darf, und dies dann auch abrechnen darf. Die verschiedenen Kassenärztlichen Vereinigungen gehen in dieser Frage unterschiedlich vor.

Lt. der Schutzimpfungs-Richtlinie des GBA können Ärzte Schutzimpfungen erbringen, die nach den berufsrechtlichen Bestimmungen über eine entsprechende Qualifikation zur Erbringung von Impfleistungen im Rahmen der Weiterbildung verfügen. Impfungen zur Grippevorsorge, im Not- und Bereitschaftsdienst sowie zur Abwehr von bedrohlichen übertragbaren Erkrankungen (z. B. Epidemie/Pandemie nach § 20 Abs. 6 und 7 IfSG) können Ärzte nach dieser Richtlinie in Übereinstimmung mit dem Berufsrecht des jeweiligen Landes erbringen.

Die KV Berlin z.B. lässt jedoch keinen rechtlichen Spielraum, Pädiatern die Abrechnung von Erwachsenen-Impfungen zu erlauben. Sie verweist darauf, dass nach dem SGB V ein Vertragsarzt nur auf seinem Fachgebiet tätig sein dürfe. Nach der Weiterbildungsordnung (WBO) der Ärztekammer beschränke sich das Fachgebiet der Kinderärzte auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Erwachsene dürften daher nicht behandelt und nicht geimpft werden.

Auszug aus dem DATEV Mandanten-Newsletter Ärzte - 1. Quartal 2015

05. Mai 2015 | Steuernews